1. Wie lange müssen wir getrennt leben?

Voraussetzung für eine Ehescheidung ist, dass die Ehepartner seit einem Jahr getrennt voneinander leben.

Leben die Ehegatten bereits in eigenen Wohnungen, ist die Trennung eindeutig.

Eine Trennung ist aber auch innerhalb der Ehewohnung oder des gemeinsamen Hauses möglich. Dafür ist erforderlich, dass die Ehepartner in verschiedenen Zimmern schlafen, keine gemeinsamen Mahlzeiten einnehmen sowie nicht für einander kochen oder die Wäsche waschen.

Wenn beide Ehegatten die Trennung innerhalb der gemeinsamen Wohnung bestätigen und sie nicht von einem Partner in Abrede gestellt wird, hinterfragen die Familiengerichte nur selten die genaueren Umstände der Trennung. Der Richter wird in diesem Fall zumeist nur fragen, wann die Trennung erfolgt ist.

Da das Trennungsjahr streng genommen erst im Zeitpunkt des Scheidungstermins abgelaufen sein muss, kann der Scheidungsantrag schon nach einer Trennungszeit von 10 Monaten eingereicht werden. Denn zwischen Antragstellung und Scheidungstermin vergehen ohnehin noch mehrere Monate. Dies gilt allerdings nur für den Fall, dass keine Prozesskostenhilfe für das Verfahren beantragt wird.

 

2. Worüber müssen wir uns einig sein?

Grundsätzlich kann ein Scheidungsverfahren auch schon dann eingeleitet werden, wenn sich die Ehegatten über mit der Trennung zusammenhängende Themen wie Unterhalts- und Zugewinnausgleichsansprüche, Aufteilung der Ehewohnung und der Haushaltsgegenstände, Sorge- und Umgangsrecht bzgl. der gemeinsamen Kinder  etc. noch nicht geeinigt haben.

Zur Vermeidung weiterer kostenintensiver gerichtlicher Verfahren sollten sich die Ehegatten jedoch spätestens im Scheidungstermin darüber geeinigt haben,

  • ob und in welcher Höhe von einem Ehepartner Ehegatten- und Kindesunterhalt zu zahlen ist

  • wer nach der Scheidung in der Ehewohnung oder im Haus verbleibt

  • wie die Haushaltsgegenstände aufgeteilt werden

  • ob und in welcher Höhe Ansprüche auf Ausgleich von Zugewinn bestehen

  • ob die elterliche Sorge bezüglich der gemeinsamen Kinder weiterhin gemeinsam ausgeübt wird (Normalfall)

  • wie das Umgangsrecht des nicht mehr mit den Kindern zusammenlebenden Ehegatten geregelt wird

     

    Weiter zum » Familienrecht

     

3. Brauchen wir für die Scheidung einen Anwalt?

Ein Scheidungsantrag kann nur durch einen Anwalt gestellt werden. Derjenige Ehegatte, welcher den Scheidungsantrag einreichen will, beauftragt den Anwalt. Sofern der andere Ehegatte dem Scheidungsantrag lediglich zustimmt und keine eigenen Anträge stellt, benötigt er keinen Anwalt.

 

4. Was kostet die Scheidung?

Bei einer Scheidung fallen Gerichts- und Rechtsanwaltskosten an. Die Gerichtskosten sind im FamGKG und die Rechtsanwaltsgebühren im RVG geregelt. Grundlage für die Berechnung der Kosten sind die Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Ehegatten.

 

 

Hinweis: Der Kostenrechner berechnet die Scheidungskosten auf der Grundlage der aktuellen gesetzlichen Gebührentabellen nach Festsetzung eines vorläufigen Gegenstandswerts. Der endgültige Gegenstandswert wird jedoch erst vom Gericht im Scheidungstermin festgesetzt. Daher sind geringfügige Abweichungen möglich. Als Anwaltskosten werden nur die sich nach gerichtlicher Festsetzung des Gegenstandswerts ergebenden gesetzlichen Mindestgebühren in Rechnung gestellt. Höhere Kosten müssen Sie bei einer Scheidung über diese Website nicht bezahlen.

 

5. Wann müssen die Kosten bezahlt werden?

Sie erhalten einen unverbindlichen Entwurf unseres Scheidungsantrags und prüfen diesen auf seine inhaltliche Richtigkeit. Sofern Sie mit den Angaben einverstanden sind, überweisen Sie die im Entwurf errechneten Gerichtskosten. Sobald die Gerichtskosten bei uns eingegangen sind, reichen wir noch am selben Tage den Scheidungsantrag mit einem Verrechnungsscheck über die Gerichtskosten bei Gericht ein.

Die Gerichtskosten müssen mit Einreichung des Scheidungsantrags beim Familiengericht entrichtet werden, da das Gericht den Scheidungsantrag erst nach Begleichung der Gerichtskosten an Ihren Ehegatten zustellt.

Nachdem das Gericht den Eingang des Scheidungsantrags bestätigt hat, erhalten Sie eine angemessene Vorschussrechnung für die Anwaltskosten. Den Rest zahlen Sie erst nach dem Scheidungstermin. Auf Wunsch kann auch eine Ratenzahlung vereinbart werden.

 

6. Habe ich Anspruch auf Prozesskostenhilfe?

Falls Sie ein niedriges Einkommen (zusammen ca. 1.500,00 €) oder hohe Schulden haben, besteht die Möglichkeit, dass Sie Anspruch auf Prozesskostenhilfe(PKH) haben.

Bewilligt Ihnen das Gericht  Prozesskostenhilfe, zahlen Sie, je nach Höhe Ihres Einkommens, entweder keine Gerichts- und Anwaltskosten oder lediglich monatliche Raten, deren Höhe vom Gericht festgesetzt wird.

 

7. Wie beantrage ich Prozesskostenhilfe?

Füllen Sie das Prozesskostenhilfe-Formular vollständig aus und schicken Sie es im Original unterzeichnet und mit Kopien aller erforderlichen Belege (z.B. Hartz IV- Bescheid, Einkommensnachweise, Mietvertrag, aktuelle Kontoauszüge, Nachweise über Schulden etc.) an die Anwaltskanzlei.

Wir stellen den Prozesskostenhilfeantrag für Sie zusammen mit dem Scheidungsantrag. Auf Wunsch prüfen wir auch vorab auf der Grundlage der von Ihnen eingereichten Unterlagen, ob und in welchem Umfang ein Anspruch auf Prozesskostenhilfe besteht.

BÜRO CHARLOTTENBURG

Hardenbergstraße 19
10623 Berlin
 

BÜRO NEUKÖLLN

Karl-Marx-Straße 127
12043 Berlin
 

BÜRO LICHTENBERG

Normannenstraße 1-2
10367 Berlin

Fon: 030. 859 678 61
Fax: 030. 859 678 62

www.kanzlei-hoernig.de
e-mail: info@kanzlei-hoernig.de
Die Kanzlei Elmar Hörnig führt Scheidungsverfahren im gesamten Bundesgebiet durch.

Persönliche Anwaltsbesuche sind nicht erforderlich, aber auf Wunsch selbst-
verständlich möglich.

Sämtliche für das Verfahren relevante Unterlagen können per E-Mail, Post oder Telefax ausgetauscht werden.

Während des gesamten Verfahrens stehen wir Ihnen gern auch telefonisch beratend zur Seite.